Nach dem ersten Schnee ist auch der erste Frost nicht mehr weit. Den Empfehlungen von Don folgend reisten wir im kühlen Wetter bis vor die Tore von Vilhelmina. Auf dem mehr oder weniger leeren Campingplatz für Fischer und mit Hausdrachen fanden wir eine schöne und fast einsame Unterkunft. Nach dem kühlen aber sehr sonnigen Morgen machten wir uns auf, Vilhelmina und insbesondere dessen Touristeninformationsbüro auf zu suchen um uns mit Informationen zu den Vildmarksvägen zu versorgen. Doch leider ist dieses am Freitag bis Montag geschlossen. So bleibt es in Vilhelmina beim Auffüllen der Vorräte und der Aufbruch auf die Vildmarksvägen in Richtung norwegische Grenze in die Berge musste ohne die speziellen touristischen Ratschläge stattfinden.

Fischercamping 



Vildmarksvägen 



Bei schönstem Wetter dem langen See Malgomaj, den Flüssen und Stromschnellen folgend erreichen wir am späten Nachmittag Saxnäs, ein touristisch gut erschlossener Ort, so gut, dass wir beschliessen noch etwas weiter der schmalen Strasse zu folgen und den Abzweiger nach Fatmomakke zu nehmen.
Ein voller Erfolg, schon der Standplatz am See mit Blick in das museale Samen- und Siedlerdorf Fatmomakke mit Holzkirche entschädigte für viele Regenstunden. Eine Wanderung zur Schutzhütte Marsfjällskatan in den schönsten Herbstfarben vervollständigte die schönen Tage in Schwedens Lappland.

Apéro 
Herbstwanderung 

Morgenfrost 
Herbstwanderung 
Herbst in Fatmomakke 
Ofen in der Kirche 
Speicher 
Kirche Fatmomakke 
Auf der Weiterfahrt in die Berge von Norra Borgafjälla begleitet uns dann wieder der Nebel und der Nieselregen. Ein tief fliegender Helikopter und mehrere 4-Wheeler geben uns dann den Einblick in das moderne Samenleben. Hunderte von Rentieren werden so zusammen getrieben. Durch das kühle und feuchte Wetter an der Grenze zu Norwegen lassen sich aber schwedische Touristen nicht davon abbringen den Wanderrucksack zu Schultern oder ein Picknick auf dem Parkplatz abzuhalten.

Schwedisches Picknick 



Sauna

Orsa 
Orsasjön 







Lagerplatz 
Der Ausflug in die Berge führt uns bei Strömsund wieder zurück auf die Strasse 45, die Hauptachse in der Mitte Schwedens. Dieser folgten wir nun über die schöne Universitätsstadt Östersund mehrere Tage mit kleinen Abstechern links und rechts bis Orsa. Zwei schöne Tage am Orsasjön, dem See zwischen Orsa und Mora folgen bevor wir uns nochmals auf den Weg nach Norwegen machen.
Der Strasse 70 folgend machen wir uns von Mora nach Norden zur Grenze nach Norwegen auf. Wir begaben uns fahrlässigerweise ohne die Weinvorräte aufzufüllen auf den „trockenen“ Weg in Richtung Grenze, die wir gegen Abend erreichen. Zwei bärtige norwegische Soldaten stellen sich uns dort in den Weg erklären, dass die Grenze geschlossen ist. Auf meine Frage ob es an der späten Tageszeit liegt verneinen Sie und wir erfahren, dass Norwegen auf Grund der Covid-Situation nur noch die grösseren Übergänge zu Schweden offen hält. Der nächste offene Grenzübergang liegt mind 3 Fahrstunden weg und zurück zum Abzweiger heisst 70 km zurückfahren. Baldige Übernachtung ist angesagt. Die finden wir entlang dem Fluss Österdaläven, wo es mehrere sehr schöne, primitv ausgerüstete Lagerplätze gibt.




Sognefjord 


Besucherzentrum Jostedalen 










Im zweiten Anlauf gelingt der Grenzübertritt nach Norwegen bei Grundforsen, die Norweger sind auch die bisher einzigen auf unserer Reise, die sich für das Covid-Zertifikat interessieren. Über die schöne Stadt Hamar, Mara hat es gar nicht gefallen (da der Zug überall hör-und sichtbar ist), reisen wir weiter gegen Westen mit dem Ziel Sognefjord, dem längsten, europäischen Fjord. Über Tyinvegen, eine Passstrasse die entfernt an den Gotthardpass erinnert erreichen wir Øvre Årdal noch an einem Süsswassersee gelegen jedoch kurz vor dem inneren Ende des Sognefjords. Was uns in Norwegen immer etwas negativ auffällt sind die vielen, locker verteilten Ferienhäuschen entlang aller Passstrassen.
Am folgenden prachtvollen Tag wechseln wir von der Süd- zur Nordseite und fahren ins Gebirgstal Jostedalen mit seinen Gletschern. Dort geniessen wir zwei schöne Herbsttage und wandern von Gletscherzunge zu Gletscherzunge.
Die dann folgende Fahrt auf der Nordseite des Sognefjords fällt wieder deutlich regenreicher aus, die Berghänge verschwinden in einer Nebelschicht. Aber schon die beiden folgenden Tage in der Gegend von Leirvik, wo sich der Fjord zum Meer hin öffnet zeigt sich das Wetter wieder von der sonnigeren Seite.

Sognefjord 





Die nächste Station ist das Städchen Florø an der Hurtigruten. Eine eindrucksvolle Fjord und Insellandschaft. Den Hausberg Brandsøyåsen besteigen wir am Sonntag mit vielen sportlichen Stadtbewohnern. Das scheint der klassisch, sonntägliche Ausflug zu sein, der sich aber auch wirklich lohnt, die Aussicht auf Florø und insbesondere über den Norddalsfjorden ist grandios.




Norddalsfjorden
Der Rückweg zum Sognefjord führt uns durch erst bewaldete Bergtäler und dann höhere und immer kargere Gebirgspässe. Wie immer wieder in Norwegen begegnen wir auch hier architektonisch expressionistischen Aussichtspunkten und Rastplätzen welche die spektakuläre Aussicht zu konkurrenzieren versuchen. In Balestrand schliesst sich ein Kreis am Sognefjord. Nach dem Übersetzen mit der Fähre nach Vangnes muss unser Flöckli bereits den dritten Passübergang am gleichen Tag in Angriff nehmen. Die andere Seite des Passes Vikafjell wird durch einige unschöne Skiorte geprägt so auch Voss wo wir dann nach einer langen Etappe unser Dach aufstellen.

Lachszucht 





Bergen, die wohl regenreichste Stadt erwartet uns. Im Reiseführer lesen wir über Bergen, „wo die Kinder schon mit dem Regenmäntelchen auf die Welt kommen“. Bergen ist eine wirklich attraktive Stadt und das Wetter zeigt sich sogar mehrheitlich von der trockenen Seite. Auf den im Nebel steckenden Hausberg verzichten wir trotzdem. Zum Abschluss besuchen wir noch die Stabkirche Fantoft mit ihrer wechselvollen Geschichte.
Von Bergen nach Oslo stehen uns nun die Königsetappen über den skandinavischen Schild bevor. Nach den Apfelplantagen in Sørfjord, die Äpfel sind wirklich gut, erreichen wir den scheinbar bei Adrenalinjunkies angesagtesten Bergort in Norwegen. So treffen sich hier junge und jungebliebene Outdoorfans aus ganz Europa um auf den Gletscher zu gehen, den Adrenalinpark zu besuchen und so weiter. Die Preise, in Norwegen generell schon sehr hoch, steigen für einfachste oder eher üble Unterkünfte in unmoralische Höhen. So entscheiden wir trotz der vorangesagten, regenreichen und stürmischen Nacht im Flöckli zu schlafen und bringen uns auf dem Campingplatz in eine möglichst optimale Position. Die Nacht bringt den versprochenen Sturm. Der neue Tag beginnt wie der alte geendet hat, mit viel Regen und Wind.
Dem See Sandvinvatnet folgend mit eindrücklichen Berghängen an den Wasserfällen Låtefossen, Wasser überall, bis hinauf in die Pässe herrscht Regen vor, irgend wann geht dieser dann in nassen Schnee über. Erst in wieder tieferen Lagen hellt sich der Himmel etwas auf, so dass wir in Bø einen trockenen Abend erleben.
Der nächste Tag bringt uns nach Oslo, wo wir den Versuch wagen, mit Mara in die Innenstadt vorzudringen. Der Versuch misslingt gründlich und nach dem Hafen und der Oper ist nur noch der Rückzug möglich. Dieser bringt und dann bereits wieder in die Nähe der Grenze zu Schweden.
Nach der Grenzbrücke zu Schweden folgen wir möglichst nahe der Küste. Der Camping Saltviks bei Grebbestad bietet uns dann für drei Tage einen wundervollen Aufenthalt mit Wanderungen in die umliegenden Naturschutzgebiete und Schärenlandschaften.Weiter geht es nach Süden nach Malmø und bei heftigem Wind über die Øresundbrücke verlassen wir Schweden und damit Skandinavien.

























