Auf nach Süden, Spanien zum 1.

Am 23. Dezember besteht unser Hilux „Flöckli“ erfolgreich die Motorfahrzeugprüfung, so dass die Reise kann weitergehen. Nach familiärem Weihnachtsfest, starten wir am 25. Dezember. In Windeseile muss deshalb zuerst alles wieder angeschraubt, eingeladen und verpackt werden. Sogar die Sandbleche für die Saharadurchquerung werden noch auf das Dach montiert.

Für einmal legen wir für unsere Verhältnisse ein grosses Tempo vor, erstes Etappenziel ist Annecy. Der nächste Tag bringt uns über Grenoble, Gap durch frisch verschneite Voralpen bis Sisteron. Am dritten Tag treffen wir dann bei Charlotte und Martin in ihrem Ferienhaus in Ollioules ein. Dort werden wir verwöhnt und geniessen einen wunder schönen Abend, bevor wir uns nun endgültig in Richtung iberische Halbinsel auf den Weg machen.

Vor den Pyrenäen machen wir noch einen Zwischenhalt auf dem Weingut Mas Alart in Saleilles,  im Languedoc, wo wir durch die Rebstöcke von Madame spazieren, uns mit Wein für die kommenden Festtage eindecken und die schönen Sonnenuntergänge über den verschneiten Bergen geniessen.

Das Jahr neigt sich nun definitiv dem Ende zu. Da das meist mit Knallkörpern und Raketen gefeiert wird, beschliessen wir, auch Mara zu liebe, einen möglichst abgelegenen Ort in den Pyrenäen zu suchen. Gesucht und gefunden, auf einem alternativen Bauernhof bei Rabós finden wir für zwei Nächte eine naturnahe Bleibe, Mas 3 Puig.

Das alte Jahr verabschiedet sich von uns nun tatsächlich ohne Knallkörper, dafür begrüsst uns das neue Jahr mit Jagdschiessen und Nebel! Die Gegend um Rabós kennen wir von unserer GR11 Wanderung vor 10 Jahren. Damals verpassten wir ein gutes Essen bei der Monestir de Sant Quirze de Colera. Das können wir nun ja nachholen. Doch leider dort angekommen stecken wir weiter noch im Nebel und schlimmer noch, das Restaurant ist geschlossen. Wieder nichts! So steigen wir auf bekannten Wegen den Pass hoch und finden so den Weg an die Sonne.

Dann geht die Reise mit grossen Etappen weiter, wir umfahren Barcelona weiträumig, besuchen aber einmal mehr das Ebrodelta, was uns wieder etwas enttäuscht hat.

Seit geraumer Zeit schon scheint etwas mit dem Turbo an unserem Flöckli nicht in Ordnung zu sein. In Valencia ist der Moment gekommen, wo wir uns dem Problem stellen. Nach dem uns die zuerst angesteuerte kleine Werkstatt zu Toyota weiter geschickt hat, fahren wir bei Toyota Valencia auf den Hof. Wie wir die moderne, hybride Flotte auf dem Platz und in der antiseptischen Werkstatt sehen, glauben wir kaum, dass unserem betagten Fahrzeug hier geholfen werden kann. Doch mit Hilfe von Google Translation und viel gutem Willen können wir unser Problem erklären und irgendwo in der Hinterhand wird ein Mechaniker gefunden der es beheben kann. Wir besuchen solange Valencia, oder viel mehr den Parque de Cabacera. Dabei machen wir die überraschende Erfahrung, dass Mara die Stadt viel besser übersteht wie erwartet. Ein paar Stunden später nehmen wir und insbesondere Mara, glücklich unser repariertes Gefährt und Behausung wieder in Beschlag und fahren zum nächsten Campingplatz.

Die spanische Mittelmehrküste fällt immer wieder durch planlose Bebauung auf. Industriegebiete durchmischen sich mit Touristenburgen und Kommerzzentren, dazwischen lockern Organgenhaine das ganze etwas auf, uns gefällt es nicht. Und so steuern wir wieder ins Landesinnere auch wenn dort die Januartemperaturen doch merklich kühler sind. Bei Velez Rubia, in der Sierra de las Estancias bleiben wir für drei Tage auf dem alternativen Campingplatz, REC.ON. Ein Ort zum sich wohlfühlen und für kleinere Wanderungen. Am Morgen wird das Baguette frei Camper geliefert. Auffallend viele junge Familien mit kleinen Kindern sind dort stationiert.

Danach fahren wir über Baza zur Embalse Negratin wo es heisse Quellen zum Baden geben soll. Ganz einsam sind wir dann nach abenteuerlicher Irrfahrt, Hilux sei Dank, in diesem Pool nicht, aber der Stimmung tut dies keinen Abbruch. Etwas weiter westlich finden wir neben einer weiteren heissen Quelle einen einsamen Übernachtungsplatz. Dort können sogar das Geschirr mit Warmwasser abwaschen.

Auf unserem weiteren Weg umfahren wir die Sierra de Baza, die Strasse darüber scheint uns zu heikel in Bezug auf die Schneesituation. Gegen Guadix tauchen dann immer mehr farbige Erosionslandschaften auf, und damit auch immer mehr Felswohnungen. Die tiefverschneite Sierra Nevada zeigt sich nur kurz zwischen den Wolken. Wir finden auf einer Orangenfarm, die von Engländern betrieben wird, für zwei Tage eine schöne Unterkunft mit Bouleplatz. 

Weiter folgen wir der Küste bis nach Marbella mit mehreren Zwischenhalten, umfahren jedoch Malaga. Nach Marbella zweigt die Strasse in Richtung Ronda steil und kurvenreich an um die Sierra Bermeja und Serrania de Ronda zu queren. Wir sind an einem Sonntag mit hunderten von Motorradfahrern unterwegs und stehen denen sicher sehr im Weg.

Ronda ist trotz der Touristen ein eindrücklicher und angenehmer Ort und nach dem Sonntag kommt bekannter Weise wieder ein Montag und die Wochenendausfügler sind wieder weg. Ein gutes Mittagessen bei milden Temperaturen auf dem zentralen Platz rundet die gute Stimmung ab.

Gegen Westen in Richtung Jerez, durch die Sierra Grazalema, nutzt Mara eine kurze Wanderung zum Ausreissen und jagt die Steinböcke die Felsen hoch. Nur haben diese im Gegensatz zu ihr keine Leine. Im karstigen Gelände kommt sie dennoch erstaunlich weit und für die Verfolgung brauche auch ich alle Viere. Gut hundert Meter höher und auf der anderen Seite des Grates kann ich dann dem verzweifelten Bellen folgen und den armen Hund befreien. Die Sierra Grazalema durchquern wir auf unserer Weiterreise auf verschiedenen Wegen mehrfach.

In Olvera, eines der vielen Pueblo Blanco in Andalusien verbringen wir noch drei Tage. Die maurischen Städte und Burganlagen werden uns noch eine ganze Zeit lang begleiten und erinnern uns an das immer noch ferne Marokko.

Zurück am Meer, aber nun am wilden Atlantik, nutzen wir Rota als Ausgangspunkt für Ausflüge nach Cadiz und Sevilla. Zum Ausgleich der Stadtwanderungen kann Mara hier dann morgens und abends die Strandläufer verfolgen.

Für Weiterreise Richtung Portugal fahren wir südlich von Sevilla durch viele Reisfelder und überqueren mit einer kleinen Fähre den Rio Guadaquivir. Danach geht es durch den bedrohten Nationalpark Coto de Doñana, wieder zurück an die spanische Atlanikküste. Illegale und später dann legalisierte Landwirtschaft, insbesondere Erdbeeren, bedrohen den Wasserhaushalt in diesem Gebiet. Über Huelva erreichen wir den Grenzfluss zu Portugal, den Rio Guadiana.

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